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    Verschlechterung statt Verbesserung im neuen Kita-Gesetz?

    Kitas Weser-Ems

    Verschlechterung statt Verbesserung im neuen Kita-Gesetz?

    Schlechte Arbeitsbedingungen wirken sich auch auf Kinder aus
    Kita-Beschäftigte demonstrieren ver.di Kitas brauchen mehr


    Die Kritik an der geplanten Novellierung des Kita-Gesetzes reißt nicht ab. 150 KiTa-Beschäftigte und Eltern fordern im Gespräch mit Landtagsabgeordneten einen Stufenplan für Verbesserungen und keine Novellierung nach Kassenlage.

    Am gestrigen Abend folgten der Einladung der Gewerkschaft ver.di 150 Kita-Beschäftigte, Eltern und Interessierte, sowie 13 Landtagsabgeordnete aus dem Bezirk Weser-Ems. Im Gespräch mit Politiker*innen der SPD, CDU und der Grünen, wurden die Probleme der geplanten Gesetzesnovelle aufgezeigt. Der jetzige Vorschlag führt sowohl zu Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen als auch der Betreuung.

    „Seit mehr als 20 Jahren werden Verbesserungen am Gesetz, wie zum Beispiel die Einführung einer dritten Fachkraft pro Kita-Gruppe, angekündigt. Es ist Zeit, dass diesen Worten endlich Taten folgen!“, so die Gewerkschaftssekretärin Heike Boldt von ver.di.

    Die anwesenden Fachkräfte betonen mehrfach, dass die pädagogische Arbeit nur geleistet werden kann, wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden. Sie machten ihren Unmut über die geplante Gesetzesnovelle zum Kitagesetz Luft, in dem sie den Landtagsabgeordneten aus ihrer täglichen Praxis berichteten. Es wurde sehr deutlich, dass der vorliegende Entwurf auf keinen Fall geeignet ist, die Arbeitsbedingungen und somit die Betreuungssituation für die Kinder zu verbessern. Vielmehr wurde von den Teilnehmern klargestellt, dass sich so die Situation noch verschlechtert. So werden beispielsweise die Vorbereitungszeiten der Beschäftigten nicht verlängert, stattdessen würde durch Platzsharing die Gruppengröße erhöht. Damit verringert sich auch die Zeit, die für die individuelle Betreuung der Kinder zur Verfügung steht. Darunter leiden sowohl die Fachkräfte als auch die Kinder. Die Politiker sagten in dem intensiven Austausch parteiübergreifend zu, Verbesserungen in den Gesetzentwurf einzubringen.

    Die Forderungen der Gewerkschaft ver.di und der Fachkräfte sind ein besserer Personalschlüssel, sowie mehr Zeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit, Vorbereitungszeit und Leitungstätigkeit.

    Tarifrunde SuE 2020