Jetzt seid Ihr dran!

    Applaus verbessert keine Ausbildungsbedingungen

    Tarifrunde ÖD 2020

    Applaus verbessert keine Ausbildungsbedingungen

    Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2020
    Stiller Protest der Azubis im Öffentlichen Dienst am 14.09.2020 ver.di Stiller Protest der Auszubildenden im öffentlichen Dienst


    Stiller Protest der Auszubildenden im öffentlichen Dienst

    Am Montag, den 14.09.2020 machten die Auszubildenden des öffentlichen Dienstes gemeinsam mit ver.di auf die laufende Tarifrunde sowie ihre Erwartungen und Forderungen aufmerksam. 150 Stühle standen in Stellvertretung für die Auszubildenden auf dem Osnabrücker Marktplatz, jeweils mit Sprüchen der Azubis versehen, die zum bisher fehlenden Angebot der Arbeitgeberseite Stellung beziehen.

    Die Auszubildenden im öffentlichen Dienst fordern bundesweit die Erhöhung der Vergütung für Auszubildende, Studierende und Praktikant*innen um 100 € sowie die Tarifierung der Ausbildungsbedingungen in den bislang nicht tariflich geregelten praxisintegrierten dualen Studiengängen. Außerdem wird die Verlängerung der tariflichen Vorschrift zur Übernahme nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung sowie die Fahrtkostenübernahme durch den Arbeitgeber für Auszubildende in Höhe des monatlichen ÖPNV-Tickets erwartet. .

    Die ver.di Aktion führten die Kolleg*innen in ihrer Freizeit durch.

    „Bisher hat die Arbeitgeberseite uns mit warmen Worten abgespeist. Applaus soll ausreichen. Dabei hält der öffentliche Dienst mit seinen 2,3 Millionen Beschäftigten nicht nur das System am Laufen. Gemeinsam mit ihren Angehörigen sind sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – als Konsumenten. Deswegen können wir die Haltung der Arbeitgeberseite nicht nachvollziehen. Für die Wirtschaft ist ja scheinbar Geld da.“, so Roxana Reinkemeier-Börger, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di.

    Jan-Luca Oberländer von den Stadtwerken Osnabrück ergänzte: „Wir wurden von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände in diese Tarifrunde hineingezwungen. Trotz Pandemie. Nun werden wir auch kämpfen. Eigentlich stehen wir und die Stühle hier stellvertretend für alle Beschäftigten in Deutschland. Wir müssen vom Staat mitgedacht werden.“

    Marco Börger von der Stadt Osnabrück fügt an: „Während der Krise wurde der öffentliche Dienst und dazu zählen auch die Auszubildenden in Pflege und Verwaltung mit Applaus bedacht. Die Arbeitgeber zeigen, dass dies offensichtlich genug Wertschätzung war. Wir sind jedoch der Ansicht, dass Wertschätzung auch etwas kosten darf. Die Wirtschaft wird mit milliardenschweren Rettungsfonds gestützt und wir sollen froh sein, dass wir nicht gekündigt werden? Gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen bedeuten Sicherheit und sind ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor!

    Die Passant*innen standen der Aktion wohlwollend gegenüber und wünschten uns viel Erfolg für diese Tarifrunde.

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