Jetzt seid Ihr dran!

    Berufe im Gesundheitswesen attraktiv machen!

    Tarifrunde ÖD 2020

    Berufe im Gesundheitswesen attraktiv machen!

    Bundesweite Aktionen und Streiks
    Gebraucht. Beklatscht. Abgehakt!? Fachkraft Pflegeassistenz ver.di Gebraucht. Beklatscht. Abgehakt!?  – Fachkraft Pflegeassistenz

     
    Im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes finden bundesweit Streiks auch in Kliniken statt. Hier in Oldenburg können die Beschäftigen noch nicht glauben, dass gerade noch applaudiert wurde und nun ein Arbeitsplatz genug Anerkennung sein soll.

    ver.di fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau.

    »Unsere Forderungen und Erwartungen sind moderat und berücksichtigen diese besondere Zeit«, betonte Michael Albert vom Betriebsrat im Klinikum Oldenburg. »Entgelterhöhungen sind nicht nur aus Sicht der Betroffenen nötig. Sie sind auch wichtig, um die Kaufkraft und damit die Konjunktur anzukurbeln. Es wäre völlig falsch, gegen die Krise anzusparen – auch in der Tarifpolitik.«

    Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. ver.di erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben. »Diese Verbesserungen sind dringend nötig, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu machen«, erklärt Nicole Verlage, zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin. »So können in Zukunft genug Arbeitskräfte für diesen so wichtigen Bereich gewonnen und gehalten werden.«

    Zeitgleich mit den Tarifaktionen kommen in Berlin die Gesundheitsministerinnen und -minister des Bundes und der Länder zusammen. Sie sind die Adressaten einer Foto-Petition, in der sich tausende Krankenhausbeschäftigte für gute Rah-

    menbedingungen einsetzen. Sie fordern verbindliche Vorgaben für genug Personal, eine bedarfsgerechte Finanzierung statt Pauschalen sowie die Rückführung ausgegliederter Bereiche in die Kliniken. Die Petition wird Bundesminister Jens Spahn (CDU) und seinen Länderkolleginnen und -kollegen am Mittwoch in Berlin übergeben. »Die Einführung bedarfsgerechter Personalstandards in den Krankenhäusern ist überfällig«, sagte Dirk Brandes, MAV Vorsitzender des evangelischen Krankenhauses Oldenburg. »Mit dem von Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat und ver.di entwickelten PPR 2.0 liegt ein Personalbemessungsinstrument für die Pflege auf dem Tisch, das nun endlich auf den Weg gebracht werden muss.«

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