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    Verhandlungen in der Sackgasse

    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen

    Verhandlungen in der Sackgasse

    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen 2019: Zeit für 6% mehr ver.di Tarifrunde Diakonie Niedersachsen 2019: Zeit für 6% mehr

    Diakonie-Tarifrunde Blitzinfo Nr. 5
    Diakonischer Arbeitgeberverband tut sich schwer mit sozialer Komponente.

    Am 8. April wurde wieder verhandelt - ohne Ergebnis! Die Arbeitgeber haben zwar erstmals einen Vorschlag für eine Entgeltsteigerung für die Ärzte vorgelegt, aber ihr „Angebot“ vom letzten Mal für alle Nicht-Ärzte (und somit ca. 90 % aller Diakoniebeschäftigten) lediglich wiederholt, nicht verbessert. Kurze Erinnerung: nach diesem Angebot würde es eine Erhöhung von 1,5 % ab Juli 2019 und eine Einmalzahlung von 240 € für das Jahr 2019 geben.

    Die Marburger Bund-/ver.di-Verhandlungsgruppe hat erneut deutlich gemacht, dass die Forderung nach einem Mindestbetrag für alle (also 200 € bzw. 6 %) sehr ernst gemeint ist. In dieser Tarifrunde sollen die unteren Entgeltgruppen mit dieser sozialen Komponente besonders berücksichtigt werden. Das haben nicht nur die letzten Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst vorgemacht – wir halten es auch für sozialpolitisch und ethisch notwendig, dass die wenig Verdienenden mal stärker profitieren. Die diakonischen Arbeitgeber tun sich zu unserem Erstaunen sehr schwer mit diesem Ansinnen, das doch eigentlich sehr diakonisch ist.

    Auch in diesem Tarifinfo können wir über kleine Fortschritte berichten: Bei den Auszubildenden gibt es deutliche Annäherungen, für Pflegekräfte könnte der Einstieg gleich mit einer höheren Stufe beginnen und für die Lehrkräfte für Pflegeberufe zeichnet sich eine Lösung ab.

    Die Gesamtbilanz der bisherigen Verhandlungen ist dennoch mager. Wir empfinden die Angebote als respektlos gegenüber den Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen: Statt nur in Sonntagsreden oder auf Anwerbepostkarten die Arbeitsbedingungen zu loben, müssen die Arbeitgeber nun Taten folgen lassen. Wertschätzung drückt sich auch darin aus, in einer Tarifrunde nicht auf Zeit zu spielen und Angebote zu machen, die sich an vergleichbaren Abschlüssen in der Branche orientieren.

    Genau das vermissen wir!

    In der April-Aktionswoche haben viele von euch schon ihren Missmut kundgetan: im Betrieb mit Fotoaktionen, vor dem Betrieb bei aktiven Pausen und mit Postkarten, die ihr an euren Arbeitgeber geschickt habt. Die Bilder stehen für eine kleine stellvertretende Auswahl von Aktionen. Diesen Protest brauchen wir weiterhin! Es gibt noch einen Verhandlungstermin: den 17. April 2019. Sollten wir dann wieder nicht vorankommen, brauchen wir Alternativen zum reinen Verhandlungsweg. Dann brauchen wir den öffentlichen Protest auf der Straße.

    Im Namen der Verhandlungsgruppe
    Annette Klausing