Nachrichten

    Mit uns nicht!

    ErzieherInnen

    Mit uns nicht!

    ver.di wendet sich gegen Städtetag-Konzepte: „Mit uns keine schlechtere ErzieherInnen-Ausbildung!“

    Anlässlich der aktuell formulierten Forderungen von Städtetag und Niedersächsischen Oberbürgermeistern nach schnellen Lösungen für den Fachkräftemangel in Kindertagesstätten erneuert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Niedersachen/Bremen ihre Forderung nach Beibehaltung der Qualität in der Ausbildung. „Übereilte Konzepte mit einer Verschlechterung der Ausbildung wird es mit uns nicht geben“, machte Landesleiter Detlef Ahting deutlich: „Es würde auch niemand auf die Idee kommen, die Qualität der Ausbildung von Lehrer*innen oder Facharbeiter*innen abzusenken.“

    Dass immer mehr Fachpersonal fehle, wüssten alle Beteiligten seit vielen Jahren, ver.di habe das ständig und nicht nur in Tarifverhandlungen angemahnt. Der mangelnde Wille, ausreichend und attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen anzubieten, räche sich jetzt. „Nun hoppla-hopp Erzieher*innen light etablieren zu wollen, wird dem Problem nicht gerecht“, argumentiert auch Landesfachbereichsleiter Martin Peter. Das verschärft die Probleme in den Kitas eher, da man dann den hohen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Die Konzepte des Städtetages, die Ausbildung insbesondere für Realschüler*innen von vier auf drei Jahre zu verkürzen, damit sie schneller eine Kita-Gruppe leiten können, verschlechtere die dringend erforderliche Qualität an dieser Stelle drastisch. Die anschließend eingeräumte Chance auf Weiterbildung ändere daran wenig, weil sie einerseits nicht verpflichtend sei und zum anderen bei einem Personalmangel kaum Zeit für eine Freistellung vorhanden sein dürfte.

    Zur Verstärkung und Verbesserung der Ausbildung fordert Peter berufsbegleitende Ausbildungsgänge, kombiniert mit der Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung in den Einrichtungen während der Ausbildung. „Natürlich hat der Städtetag Recht, dass die Ausbildung auch bezahlt werden muss “, so Peter. Auch das sei ein wichtiger Beitrag für die Gewinnung von künftigen Fachkräften. Zudem brauche es auch ausreichend gute Praxisanleitungen und eine deutliche Erhöhung der Zahl der Schulplätze an den Fachschulen.

    Verdi sieht den Kultusminister in der Pflicht, für ausreichend Plätze und gute Bedingungen zu sorgen. „Der Minister sollte sich nicht zu sehr hetzen zu lassen, sondern sich mit den Planungen für eine gute dualisierte Erzieher*innenausbildung die notwendige Zeit für eine Lösung zu lassen“, ist sich auch Ahting sicher. „Natürlich kostet das Geld, darum müssen dafür auch die notwendigen Mittel bereit stehen“, so der Landesleiter.