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    Antworten zum Tarifabschluss

    Deutsche Post AG

    Antworten zum Tarifabschluss

    bewegen (04/2019): Magazin des Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik


    Ab 1. Juli gibt es wieder eine Belegschaft Deutsche Post AG

    ver.di und die Deutsche Post AG haben im März eine Tarifeinigung zur Verlängerung von Schutzregelungen für die Beschäftigten der Deutschen Post AG und zur Überleitung der rund 13000 Beschäftigten der 46 DHL Delivery Regionalgesellschaften erzielt. Diese Überleitung erfolgt zum 1. Juli. Wir beantworten nachstehend Fragen zum Tarifabschluss.

    Welche Schutz-Tarifverträge wurden bei der Deutschen Post AG bis wann verlängert?

    Der tarifvertragliche Ausschluss der betriebsbedingten Beendigungskündigungen und betriebsbedingter Änderungskündigungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Deutschen Post AG wurden bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Auch der Rationalisierungsschutzvertrag wurde bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Damit besteht ein wirksamer Schutz vor Beendigungskündigung und Kündigung der Wochenarbeitszeit aufgrund von Rationalisierung oder Standortveränderung.

    Der Rationalisierungsschutzvertrag garantiert bei der Deutschen Post AG einen gleichwertigen und zumutbaren Ersatzarbeitsplatz, wenn der bisherige Arbeitsplatz wegfällt.

    Muss ich als Beschäftigter der DHL Delivery GmbH etwas tun oder erfolgt meine Überleitung in die Deutsche Post AG automatisch?

    Die DHL Delivery Regionalgesellschaften werden zum 1. Juli 2019 auf die Deutsche Post AG verschmolzen. Die Delivery GmbHs werden als Ganzes mit den bestehenden Arbeitsverhältnissen auf die Deutsche Post AG übertragen und die DHL Delivery Gesellschaften werden mit der Verschmelzung aufgelöst. Das bedeutet, dass infolge der Verschmelzung die Deutsche Post AG sämtliche Rechte und Pflichten der DHL Delivery Regionalgesellschaft übernimmt und damit auch in die bestehenden Arbeitsverträge eintritt. Dies ist gesetzlich geregelt, Beschäftigte müssen daher zur Überleitung der Arbeitsverträge auf die Deutsche Post AG nichts veranlassen.

    Der 1. Juli ist mitten im Jahr. Was passiert mit den bisherigen Urlaubsansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis bei der Delivery?

    Die Arbeitsverhältnisse gehen auf die Deutsche Post AG über, damit auch Urlaubsansprüche oder Überstundenansprüche. Es gelten ab 1. Juli 2019 dann die Tarifverträge der Deutschen Post AG und damit auch gegebenenfalls abweichende Urlaubsansprüche, diese werden dann gegebenenfalls für das letzte Halbjahr angepasst. Vor der Verschmelzung zugesagter Urlaub wird wie zugesagt abgewickelt. Das gilt auch für Sonderurlaub.

    Welche Regelungen zur Arbeitszeit gelten für die aus der Delivery übergeleiteten Zustellerinnen und Zusteller ab 1. Juli?

    Die Wochenarbeitszeit bei der Deutschen Post AG beträgt 38,5 Stunden. Diese Wochenarbeitszeit gilt ab Verschmelzung für alle Vollzeitbeschäftigten. Die Wochenarbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten bleibt unverändert bestehen, es sei denn, sie liegt über 38,5 Stunden. Auch dann gilt die Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden. Für die Arbeitszeitgestaltung gelten die bestehenden Betriebsvereinbarungen der Deutschen Post AG.

    Werde ich als übergeleiteter Beschäftigter bei der Deutschen Post AG neu eingruppiert?

    Ja. Da nach der Überleitung die Tarifverträge der Deutschen Post AG Anwendung finden, erfolgt eine Eingruppierung nach dem Entgelttarifvertrag der Deutschen Post AG. Zustellerinnen und Zusteller kommen dann in die Entgeltgruppe 3 ETV DP AG. Ferner finden weitere spezielle Überleitungsregelungen Anwendung, die in einem Überleitungstarifvertrag (TV Nr. 202 DP AG) festgelegt sind. Mit diesem Überleitungstarifvertrag wird auch sichergestellt, dass zum Beispiel das höhere Entgelt von DHL Delivery GmbHs in Baden-Württemberg und Bayern für die übergeleiteten Beschäftigten durch eine Ausgleichszulage gesichert wird. Einkommensverluste werden ausgeschlossen.

    Die Deutsche Post AG wird jeden Beschäftigten über die Eingruppierung, Zuordnung zur Gruppenstufe und die sich daraus ergebende Entgeltzahlung bei der Deutschen Post AG individuell informieren.

    Bekomme ich als ehemaliger Beschäftigter der Delivery die für die Beschäftigten der Deutschen Post AG von ver.di ausgehandelte Tariferhöhung von 2,1 Prozent?

    Die Tarifentgelte werden für alle Beschäftigten der Deutschen Post AG ab dem 1. Oktober 2019 um 2,1 Prozent erhöht, damit auch für ehemalige Beschäftigte der DHL Delivery. In der Tarifrunde für die Deutsche Post AG vom Frühjahr 2018 haben wir die Entlastungszeit geschaffen. Immer zum 30. September eines Jahres können sich die Tarifkräfte der Deutschen Post AG entscheiden, ob sie im darauffolgenden Jahr die für die Jahre 2018 und 2019 vereinbarten Entgelterhöhungen von drei oder 2,1 Prozent nehmen oder ob sie stattdessen eine Entlastungszeit in Form von freien Tagen beanspruchen.

    Der 30. September ist auch der Stichtag, wenn man wieder aus der Entlastungszeit heraus will. Ansonsten verlängert sie sich automatisch. Auch diese tarifliche Wahlmöglichkeit gilt künftig für die übergeleiteten Beschäftigten.

    Bekomme ich als ehemaliger Beschäftigter der Delivery künftig Urlaubsgeld, ein 13. Monatsentgelt und die ebenfalls mit Tarifvertrag geregelte betriebliche Altersversorgung?

    Das Urlaubsgeld von 332,34 Euro wird im Juli 2019 gezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis seit Januar 2019 bestand. Der Anspruch auf ein 13. Monatsentgelt entsteht schrittweise, da hierzu das Arbeitsverhältnis zwölf Monate bei der Deutschen Post AG bestanden haben muss. Im Dezember 2019 wird eine Ausgleichzulage gezahlt, wenn das bisherige Bruttojahresentgelt bei der DHL Delivery höher war als das in 2019 tatsächlich gezahlte Entgelt. Im November 2020 entsteht für die zum Juli 2019 aus der DHL Delivery übergeleiteten Beschäftigten ein Anspruch auf 50 Prozent des Entgeltanspruchs vom Oktober 2020 und im November 2021 dann auf 100 Prozent des Entgeltanspruchs vom Oktober 2021.

    Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Deutschen Post AG erwerben für jedes Jahr der Beschäftigung bei der Deutschen Post AG einen „Vermögensbaustein“ zu einer tarifvertraglich geregelten betrieblichen Altersversorgung Deutsche Post AG.

    Was ist mit dem Generationenvertrag?

    Die Möglichkeit, ein Zeitwertkonto anzulegen und dann entweder ein Sabbatical zu nehmen oder mit 55 Jahren in Altersteilzeit zu gehen, gilt für alle Tarifkräfte und damit ab 1. Juli 2019 auch für die ehemaligen Beschäftigten der DHL Delivery GmbHs. Stephan Teuscher


    Themen in dieser Ausgabe:
    Ab 1. Juli gibt es wieder eine Belegschaft Deutsche Post AG – Antworten zum Tarifabschluss +++ Studie zum Straßengüterverkehr in Europa +++ Koalitionsausschuss gibt grünes Licht für Gesetz zur Nachunternehmerhaftung in der Paketbranche +++ JAV-Spezial – Seminar für junge ver.di-Mitglieder


    Link: Zur aktuellen bewegen (04/2019): Magazin des Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik

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