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    Für gute Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung und mehr Personal

    Aktionstag

    Für gute Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung und mehr Personal

    Aktionstag "Altenpflege" am 21.11.2018


    Am 21. November machten Beschäftigte aus der Altenpflege bundesweit auf die alarmierenden Zustände in der stationären und ambulanten Altenpflege aufmerksam. Überall fehlt es an Personal. Beschäftigte sind überlastet. Pflegebedürftige Menschen erhalten oft nicht die Pflege und Versorgung, die sie brauchen. Darauf weisen auch Beschäftigte aus der Region Weser-Ems hin, wie aus dem „Wohnpark Ellerbäke“ in Bookholzberg  und dem „Wohnpark Am Sonnentau“ in Hude, der Altenpflegeschule Ludwig Fresenius in Weyhe, der Altenpflegeklasse der BBS Wilhelmshaven und dem ver.di-Fachbereichsvorstand Gesundheit und Soziales Weser-Ems mit bunten Aktionen hin. Aktionstag ist der diesjährige Buss- und Bettag – der Feiertag, der 1995 zur Finanzierung der Pflege »geopfert« wurde.

    »In Politik und Öffentlichkeit wird zwar viel über die Pflege geredet, an den realen Zuständen in den Einrichtungen hat sich bislang aber nichts merklich verbessert«, betonte Harald Detken, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Bezirksverbands der Arbeiterwohlfahrt Weser-Ems (AWO). Die vom Bundestag beschlossene Schaffung von 13.000 Pflegestellen für den stationären Bereich reiche bei Weitem nicht aus. »Die politisch Verantwortlichen haben verstanden, dass sie eingreifen müssen. Das ist gut. Doch wenn jede Einrichtung im Durchschnitt weniger als eine Pflegekraft zusätzlich zur Verfügung hat, ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein«, erklärte Martina Gnaase, Servicekraft des Wohnparks Bookholzberg. »Ganz abgesehen davon, dass für andere Beschäftigtengruppen und für die ambulante Pflege überhaupt keine Verbesserungen geplant sind. Dabei ist die Belastung auch hier hoch.«

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    Durch den demografischen Wandel nehme der Personalbedarf in der Altenpflege kontinuierlich zu, so Zainab Busch, Auszubildende der Ludwig Fresenius Altenpflegeschule. »Wenn wir den Fachkräftebedarf decken wollen, muss der Beruf attraktiver werden – durch bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.« Fachkräfte in der Altenpflege verdienen mit monatlich 2.621 Euro, 16 Prozent weniger als der Durchschnitt aller Beschäftigten. In Ostdeutschland verdienen Altenpflegefachkräfte oft weniger als 2000 Euro im Monat. Jede/r dritte Altenpfleger/in hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Über 50 Prozent der Fachkräfte und mehr als 70 Prozent der Hilfskräfte arbeiten in Teilzeit – obwohl viele von ihnen gerne länger arbeiten würden. »Statt über Fachkräftemangel zu jammern, sollten die Arbeitgeber dafür sorgen, dass man diesen Beruf unter guten Bedingungen ausüben kann, dann wollen ihn auch mehr Menschen machen«, sagte Keven Eggers, Betriebsratsvorsitzender der Wohnparks Hude-Bookholzberg. „Unser Arbeitgeber ist einer der wenigen, der gutem Beispiel vorangeht. Das zeigt, dass gute Arbeitsverhältnisse mit Tarifvertrag machbar sind.“

    Er begrüßte das Vorhaben der Bundesregierung, für flächendeckende Tariflöhne in der Altenpflege zu sorgen. »ver.di hilft dabei mit, einen Tarifvertrag zu schaffen, der in allen Einrichtungen für allgemeinverbindlich erklärt werden kann.« Dadurch könnten auch kommerzielle Pflegekonzerne, die ihre Beschäftigten mit Niedriglöhnen abspeisen, zur tariflichen Entlohnung gezwungen werden.

     

     

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