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    Heuschrecken

    NORD/LB

    Heuschrecken

    „Heuschrecken bedecken das Land und fressen alles Grün …“

    Steht den MitarbeiterInnen der NORD/LB eine Plage biblischen Ausmaßes bevor?

    Aktuell verstärkt sich der Eindruck, dass genau das passieren wird. Wiederholt gibt es Presseartikel, die ankündigen, dass bis zum 8. Oktober 2018 Angebote verschiedener Bieter für die Übernahme der NORD/LB abgegeben werden sollen. Dabei kommt ein buntes Potpourri an Bietern in Frage, was vom Einstieg anderer Landesbanken bis zu diverse Privatinvestoren reicht. Hier drängt sich zwangsläufig eine Parallele zur derzeit noch laufenden Privatisierung der HSH Nordbank auf.

    Die Krux: Gibt das Land Geld, so müssen die Bedingungen marktgerecht sein. Sonst droht ein EU-Beihilfeverfahren. Interessanterweise konnten in Italien und Portugal Banken mit Unterstützung der EU durch die Öffentliche Hand kapitalisiert werden. Dort hat sich der Staat aktiv darum gekümmert. Mit Rückenwind aus Berlin ist wohl nicht zu rechnen? Aus Hannover weht auch leider eher ein laues „Rückenwindchen“.

    Um ein Beihilfe-Verfahren zu verhindern und damit die Träger Kapital zuführen können, muss die Bank darlegen, dass auch ein privater Investor der NORD/LB Eigenkapital zur Verfügung stellen würde. Also entweder alles Kapital von den Trägern, oder man holt sich private Investoren an Bord, quasi als „Beihilfe-TÜV“. Alles prima oder was? Private Equity Firmen bezeichnete Franz Müntefering einst als „Heuschrecken“.

    Was ist denn so schlimm daran? Nun, solche Firmen verfolgen mittelfristige Gewinnoptimierungsziele. Das heißt, sie beteiligen sich in der Absicht, in 5-10 Jahren Kasse zu machen. Bis dahin ist ein Unternehmen „saniert“, wird verkauft, an die Börse gebracht oder eben gewinnbringend in Einzelteile zerlegt und verkauft. In der Regel erzielen sie damit überdurchschnittliche Renditen. Was das für die Arbeitsplätze heißt, braucht man wohl nicht groß zu betonen.

    In Hamburg sorgte auch der Staat für eine ordentliche Rendite indem die Risiken übernommen und die Rest-HSH für einen Spottpreis von Privatinvestoren erworben wurde. Private Equity Firmen unterliegen nicht der Bankenregulierung, daher haben sie es leichter Kredite aufzunehmen und in Banken zu investieren. Von der Finanzmarktkrise haben diese Firmen sehr profitiert, durch Beteiligungen, Übernahme von Krediten und Versicherungen. Daraus erwächst aber auch ein systemisches Risiko und, davon abgesehen, ist deren Ziel sicherlich nicht der Erhalt der Arbeitsplätze. Womit wir bei den „Warum?“-Fragen sind: Warum investiert eine Private Equity Firma? Weil sie Profit machen will. Warum können wir das dann nicht auch, vielleicht sogar noch besser? Wäre dieser Gewinn dann nicht besser bei uns- unter anderem für den Erhalt von Arbeitsplätzen- oder den Steuerzahlern aufgehoben? In Hamburg sind übrigens von einst 5000 nur noch 1900 Mitarbeiter übrig ... Bis Ende 2018 soll ein tragfähiges Konzept für den Umbau der NORD/LB stehen. Heißt es dann:

    „Nach uns die Sintflut“?
    Um dies zu verhindern, wollen wir mit einer Unterschriftensammlung im Laufe des Oktobers dafür kämpfen, dass die NORD/LB nicht von Privat-Equity-Firmen übernommen wird. Dazu benötigen wir die Unterstützung aller MitarbeiterInnen!

    Bitte zeigt Engagement und macht mit! Es geht um UNSERE Zukunft und UNSERE Arbeitsplätze!

    Aufruf zur Demonstration
    am Mittwoch, 24.10.18 um 15 Uhr
    Start: Friedrichswall vor der NORD/LB Hannover

    Für eine Öffentliche NORD/LB!
    Für den Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen!
    Für den Erhalt der öffentlichen Banken, Sparkassen und Versicherungen!
    NEIN zur Privatisierung und Zerschlagung der NORD/LB

    Die NORD/LB braucht zusätzlich Eigenkapital. Die Träger der Bank planen die NORD/LB in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und privates Kapital in die Bank zu holen. Das bedeutet:

    • Eine ungewisse Zukunft für die Beschäftigten der NORD/LB und der Tochterunternehmen – weg vom öffentlichen Auftrag hin zur Gewinnmaximierung
    • die Zerschlagung der Bank, da bestimmte Teile, wie z.B. die Braunschweigische Landessparkasse, das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern und die Investitionsbank Sachsen-Anhalt oder eine LBS nicht von einer Privatbank betrieben werden können
    • den Verkauf oder die Abwicklung von Geschäftsfeldern mit zu geringer Rendite für Privatinvestoren
    • Ggf. die Fusion mit einer anderen Bank

    Das alles führt zu einem zusätzlichen erheblichen Personalabbau! Und zu deutlich negativen Konsequenzen für Wirtschaft und Arbeitsplätze in Norddeutschland!
    Wir bringen unseren Protest vor den Niedersächsischen Landtag – seid dabei!