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    Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm

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    Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm

    Kitas: Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm ver.di Kitas: Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm  – Veranstaltung in Aurich zur Entlastung mit über 120 Teilnehmenden

    Veranstaltung in Aurich zur Entlastung mit über 120 Teilnehmenden

    Mehr Zeit für die Kinder und mehr pädagogischer Fachkräfte fordert die Gewerkschaft ver.di für die Kindertagesstätten in der friesischen Region. Die Gewerkschaft sieht nach einer eigenen Befragung von Beschäftigten in mehr als 200 Kitas in Niedersachsen die Einhaltung der gesetzlichen und pädagogischen Anforderungen als stark gefährdet an.

    „In der Mehrzahl aller Tage fehlte mindestens eine Fachkraft in der Kita. An einem Drittel aller Tage mussten geplante pädagogische Angebote oder individuelle Förderung der Kinder ausfallen. Das reicht nicht aus, um die Ansprüche an frühkindlicher Förderung zu entsprechen.“, so Gewerkschaftssekretär Daniel Vollbrecht.

    Weitere Ergebnisse der ver.di-Befragung: In mehr als 20% der Tage konnten die pädagogischen Fachkräfte ihre Vorbereitungszeit nicht oder nicht vollständig nehmen und mussten in fast einem Viertel aller Tage des Beobachtungszeitraumes ungeplante fachfremde Tätigkeiten durchführen. Dass häufig die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen und geplante Freizeit nicht genommen werden konnten und mindestens an einem Viertel aller Tage Kita-Leitungen im Gruppendienst einspringen und von den pädagogischen Kräften Überstunden geleistet werden musste, verdeutlicht laut ver.di die Belastung der Fachkräfte in den Kitas.

    Kitas: Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm ver.di Kitas: Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm  – Veranstaltung in Aurich zur Entlastung mit über 120 Teilnehmenden

    Ausreichend Zeit und Personal fehlen an allen Ecken und Enden. Dies geht zu Lasten der Qualität der pädagogischen Arbeit und auf Kosten der Kinder und der pädagogischen Fachkräfte. Dass die Kindertagesstätten trotzdem laufen und nur selten Gruppen geschlossen werden, ist nach Einschätzung der Gewerkschaft dem hohen Engagement der pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen zu verdanken ohne das viele Kindertagesstätten ihr Angebot nicht aufrechterhalten könnten.

    ver.di sieht die Kommunen und Träger in der Pflicht: „Wir verlangen, dass die Arbeitgeber ihre pädagogischen Fachkräfte schützen und der Fachkräftemangel nicht weiter auf ihren Rücken ausgetragen wird. Die Einhaltung des gesetzlichen Personalschlüssels und die Pausenzeiten müssen gewährleistet sein. Wir erwarten, dass die Kommunen und Träger ihrer Verantwortung nachkommen und für Entlastung sorgen. Wir brauchen mehr Zeit und Personal. Für die Kita-Beschäftigten und die Kinder.“

    Eine weitere Verpflichtung sieht ver.di in der Landespolitik. Dort müssen die gesetzlichen Regelungen angepasst werden um verpflichtende Mindeststandards für alle herzustellen. Das bisherige Kita Gesetz führt nicht zu einer Entlastung. Ein besserer Personalschlüssel muss her.

    Um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, haben sich viele Kita-Beschäftigte der von ver.di ins Leben gerufenen Bewegung „Aufsteh´n für die Kita!“ angeschlossen.

    Als öffentlicher Auftakt in der friesischen Region haben sich über 120 Teilnehmende versammelt um gemeinsam Druck auf die Kommunen und Träger, aber auch auf die Landespolitik auszuüben.

    Den 4 Hauptforderungen

    1. Weniger Zusatztätigkeiten, die mit der pädagogischen Arbeit nichts zu tun haben!
    2. Mehr Zeit für unmittelbare pädagogische Arbeit, Vorbereitungszeit und Leitungstätigkeit!
    3. Einen besseren Personalschlüssel und kleinere Gruppen!
    4. Nie allein in der Gruppe!

    wurde ordentlich Nachdruck verliehen.

    MdL Wiard Siebels sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf und hat für sich einen klaren Auftrag mitgenommen. Mehrheitlich wurde der Personalschlüssel, bzw. kleinere Gruppen als wichtigstes Thema genannt.

    ver.di kündigte landesweit weitere Aktionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der KiTa-Beschäftigten an und warb um Unterstützung.