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    Kein ruhiges Hinterland!

    Protest

    Kein ruhiges Hinterland!

    Entschlossener Prostest einer Dorfgemeinschaft

    Am letzten Freitag, dem 13., ist Schwagstorf in der Gemeinde Ostercappeln ein Ort im Ausnahmezustand. Überall stehen polizeiliche Absperrungen und hunderte Menschen sind auf den Beinen. Schwer zu schätzen, ob es tatsächlich tausend waren. Den Anlass klären überall an den Häusern, in Vorgärten, an Zäunen hängende Transparente auf. Viele waren einmal Bettlacken, die neu gestaltet waren. Eines sagt z. B., dass hier nur die Kühe schwarz-weiß sind und die Menschen Bund. Ein anderes warnt die AfD davor, die bäuerliche Gemeinschaft zu unterschätzen. Dass hier kein „ruhiges Hinterland“ ist oder sie sich nicht zu wehren wissen, machen die Schwagstorfer vielfältig und bunt deutlich.

    Im örtlichen Veranstaltungszentrum will die AfD einen „Bürgerdialog“ veranstalten. Das brachte Anwohner, Nachbarn, die ganze Gegend in Aufruhr. Vielleicht 60 haben die zusammen gekarrt. Von der Küste bis NRW, sogar aus den Niederlanden stehen deren KFZ auf dem polizeilich gesicherten Areal. Die Bürger stehen vor den Zäumen und sind laut und kreativ. Hörner und Dudelsack, eine echte, große Glocke auf ein Fahrgestell montiert und vieles mehr, was Lärm macht. Solch ein Geleit nennt die Hauptrednerin von Storch Armleuchter, als sie versucht ihrem übersichtlichen Häuflein die angeblich neue Bürgerlichkeit der nach ganz rechts orientierten Partei zu verkaufen.

    Unsere Kühe sind Schwarz-Weiß. Unser Denken nicht! ver.di Unsere Kühe sind Schwarz-Weiß. Unser Denken nicht!  – Entschlossener Prostest einer Dorfgemeinschaft

    Um den Veranstaltungsort herum hat dafür niemand Verständnis. Auf T-Shirts und Schildern, mit Sprechchören und Pfeifkonzerten gibt es die Antwort. Jedem scheint hier die menschenverachtenden Wortwahl aus der extremen Partei sehr bewusst. Darauf beziehen sich die aufgebrachten Landwirte, die dort organisieren, dass es unmissverständlich kein „nächstes Mal“ für die AfD in ihrem Ort gibt.

    Allerdings gibt es auch Kritik. Vor allem am Bürgermeister, der die aktiven Anwohner*innen und ihre Unterstützer als Störenfriede bezeichnet. Er hat die Kundgebung angemeldet. Bis 19:30 Uhr. Seiner Rede dort mangelte es an der nötigen Eindeutigkeit, für die viele dorthin kamen. Und er vergaß auch, sich für seine Diskreditierung des bürgerschaftlichen Engagements zu entschuldigen. Aber auch, dass der Protest erst endet, wenn die echten Störer friedlichen Zusammenlebens abgezogen sind, ignorierte er. Das übernahm daher einer der Landwirte, der spontan anmeldete, dass weiter protestiert wird. Viele Hunderte blieben und gaben gegen 21 Uhr den Abziehenden lautstarkes Geleit mit dem Hinweis, nicht willkommen zu sein und von weiteren „Besuchen“ abzusehen. Sie riefen es in deutlicheren Worten hinter den älteren Herren her, deren weite Anreise wenig Eindruck machte.

    Dieser Protest war ein beeindruckendes Bekenntnis der Gemeinschaft aller Menschen im Osnabrücker Land und damit auch eine herbe Niederlage für den rechtsradikalen Weg der AfD!