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    Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt!

    KBG Bad Zwischenahn

    Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt!

    Petition bewegt Geschäftsleitung zu ersten Zugeständnissen
    Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt! ver.di Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt!  – KBG Bad Zwischenahn


    Am Montag, 30.11., wollten die Beschäftigten der Kurbetriebsgesellschaft (KBG) dessen Aufsichtsrat eine Petition übergeben. Sie fordern einen „wertschätzenden, transparenten und besseren Tarifvertrag − und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt!“, wie es im Petitionstext heißt. Damit sprechen sie sich für eine deutliche Anhebung der Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen aus. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di befindet sich seit über einem Jahr in Tarifverhandlungen mit der Kurbetriebs-gesellschaft. Zwischenzeitlich vorliegende Angebote wurden jüngst sogar wieder zurückgenommen.

    „Über die großen Missstände hier sollte der Aufsichtsrat Bescheid wissen“, fordert Tassilo Czerny, „schließlich ist die KBG als Arbeitgeber so unattraktiv geworden, dass wir Angst um die Klinik haben.“ Auch das Arbeitsklima sei auf einem Nullpunkt angekommen, so der Physiotherapeut, „denn die Geschäftsleitung spielt Beschäftigtengruppen gegeneinander aus.“

    Die KBG ist eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde. Deswegen sollten die Vorgänge dort den Ratsmitgliedern im Aufsichtsrat nicht egal sein, gibt Anja Grieshop aus dem Sozialdienst der Orthopädie zu bedenken: „Deswegen haben wir den Aufsichtsrat in der Petition auch direkt angesprochen, damit die Lokalpolitik entsprechend auf die Geschäfts-leitung einwirkt und ihr für einen guten Tarifvertrag den Rücken freihält.“

    Die Übergabe der Petition konnte allerdings nicht wie geplant stattfinden. Am Eingang aufgestellt kamen die Kolleg*innen der KBG zwar kurz mit einigen interessierten AR-Mitgliedern ins Gespräch. „Das hatte aber ein jähes Ende als Herr Hemken dazukam“, so die Psychologin Bärbel Asche. Um die Übergabe zu verhindern, sprach der Geschäftsführer den ver.di-Aktiven ein Hausverbot aus und sperrte kurzerhand die Tür ab.

    Offensichtlich hat der Druck aber gewirkt. Bei der Tarifverhandlung am 02. Dezember wirkte die Geschäftsleitung wie ausgewechselt. Statt Blockade und Forderung nach Gehaltsabsenkungen gab es erste Zugeständnisse. Das betrifft beispielsweise das undurchsichtige Gehaltssystem und die Abschaffung außertariflicher Zahlungen. Beides wird bei den Beschäftigten als besonders ungerecht empfunden. Außerdem wurde ein Tarifvertrag über eine Corona-Prämie von 440 € abgeschlossen. „Das ist ein gutes, aber nur ein zartes Signal“, so ver.di-Gewerkschaftssekretär Oliver Barth, denn im Weiteren gehe es darum, den nicht hinnehmbaren Gehaltsunterschied von durchschnittlich über 25 % im Vergleich zu umliegenden Krankenhäusern zu überwinden: „Wir werden den Druck weiter aufrecht-erhalten, denn geschenkt werden wir auch in Zukunft nichts bekommen“, so der Gewerkschafter.

    Im November hatten über 60 % der insgesamt rund 380 Beschäftigten in kurzer Zeit die Petition unterzeichnet. Die KBG ist der zweitgrößte Arbeitgeber des Landkreis Ammerland und Garant des Status von Bad Zwischenahn als Kurstadt. Und so ist sich Aysun Tutkunkardes, die Verhandlungsführerin auf ver.di-Seite, sicher: „Die Kolleg*innen sind für die Region nicht nur in der Corona-Pandemie systemrelevant. Klatschen, Wertschätzung und warme Worte reichen nicht zum Leben und deshalb stehen sie hinter ihrer Forderung. Wenn die Klinik konkurrenzfähig bleiben will, muss in Personal und nicht weiter in Beton investiert werden.“

    Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt! ver.di Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt!  – KBG Bad Zwischenahn
    Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt! ver.di Beschäftigte für einen guten Tarifvertrag jetzt!  – KBG Bad Zwischenahn