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    Öffentlich geförderte Arbeit = ja! - Für einen sozialen Arbeitsmarkt

    Erwerbslosenausschuss Osnabrück-Emsland

    Öffentlich geförderte Arbeit = ja! - Für einen sozialen Arbeitsmarkt

    Resolution des Erwerbslosenausschuss Osnabrück-Emsland


    Die aktuelle Arbeitsmarktpolitik zeigt, wer bei Massenerwerbslosigkeit und bei geschätzt sechs Millionen fehlenden Arbeitsplätzen für Vollbeschäftigung die angeblichen „Vermittlungshemmnisse“ der so genannten „Langzeitarbeitslosen“ ins Visier nimmt, liegt falsch. Die Ursache sich verfestigender Erwerbslosigkeit liegt nicht in den „Vermittlungshemmnissen“ der Langzeiterwerbslosen, sondern im Mangel an regulären Arbeitsplätzen. Mit Einführung der Agenda 2010 (Hartz IV) kam es zum massiven Ausbau des Niedriglohnsektors durch Leiharbeit, Minijobs, Ein-Euro-Jobs, und zur Zunahme von „Teilzeitbeschäftigungen“.

    Vor allem die Verdrängung regulärer Beschäftigung gerade im Dienstleistungssektor widerspricht den Interessen einer demokratischen Gesellschaft. Es liegt im Interesse der abhängig Beschäftigten, die öffentliche Daseins-vorsorge mit regulären, tariflich entlohnten Arbeitsplätzen auszuweiten und nicht schlechte Arbeitsverhältnisse auf Dauer zu subventionieren. Deshalb fordert der regionale ver.di-Erwerbslosenausschuss Osnabrück / Emsland: Eine bessere Verteilung der vorhandenen Arbeit durch Reduzierung der wöchentlichen „Vollzeitarbeit“ mit vollem Lohnausgleich. Zusätzlich müssen brachliegende Erwerbspotentiale zum Nutzen der Gemeinschaft erschlossen werden, durch einen sozialen Arbeitsmarkt für benachteiligte Erwerbslose (z.B. allein Erziehende, Behinderte, Ältere oder Langzeiterwerbslose)!

    Arbeitsplätze müssen folgende Bedingungen erfüllen:

    • Tarifgebunden
    • Sozialversicherungspflicht (keine Ausnahmen oder Sonderregelungen)
    • Zusätzlich (keine Verdrängung „normaler“ Arbeit), im öffentlichen Interesse
    • Keine zeitliche Befristung der Maßnahmen
    • Orientiert an der Qualifikation des geförderten im Vordergrund
    • Ziel ist Erhalt der Qualifikation oder zusätzliche Qualifikation

    Keine diskriminierende Beschäftigungsverhältnisse (wie 1-Euro-Jobs) mehr! Keine öffentlichen Subventionen für menschenunwürdige prekäre Beschäftigungs-Verhältnisse!
    „Sozialer Arbeitsmarkt als Instrument zur Schaffung von Arbeit“

    Beschlossen auf der Mitgliederversammlung der ver.di-Personengruppe der Erwerbslosen aus Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim.

    Osnabrück, 14. März 2017

    gez. Ansgar Lanwert
    (Sprecher EA Osnabrück/Emsland)

    gez. Heinrich Funke
    (Versammlungsleiter MV)

    gez. Michael Peters
    (ver.di Gewerkschaftssekretär)