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    Geschafft!

    Deutsche Post AG

    Geschafft!

    bewegen (03/2019): Magazin des Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik


    Schutzverträge bei der Post AG werden verlängert und die Delivery GmbHs kommen zurück.

    Die bundesweit rund 13 000 Beschäftigten der DHL Delivery Gesellschaften kommen am 1. Juli 2019 zurück in die Deutsche Post AG. Außerdem konnten der Kündigungsschutz und der Rationalisierungsschutz bis 31. Dezember 2022 sowie der Schutz vor Fremdvergabe bis 31. Dezember 2020 verlängert werden. Diese Tarifeinigung zwischen ver.di und der Deutschen Post AG wurde in der fünften Verhandlungsrunde am 21. und 22. März 2019 erzielt. Die ver.di-Tarifkommission hat dem Ergebnis am 26. März 2019 zugestimmt. „Jetzt gibt es wieder eine Belegschaft bei der Deutschen Post AG. Der Irrweg zweier Gesellschaften ist damit beendet. Darüber sind wir sehr froh“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

    Die Tarifeinigung umfasst im Einzelnen:

    Verlängerung Schutzverträge

    Der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen und der Ausschluss betriebsbedingter Änderungskündigungen sowie die weiteren Rationalisierungsschutzbestimmungen werden über den 31. Dezember dieses Jahres hinaus um 36 Monate bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Der Ausschluss der Fremdvergabe von Zustellbezirken in der Brief- und Verbundzustellung und die Regelungen zum Erhalt des Fahrdienstes werden über den 31. März dieses Jahres hinaus um 21 Monate bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

    Überleitung Delivery GmbHs

    Zum Stichtag 1. Juli 2019 werden alle Beschäftigten der DHL Delivery Gesellschaften in die Haustarifverträge der Deutschen Post AG übergeleitet. Da sich die Tarifentgelte in den Flächentarifverträgen strukturell unterscheiden und teilweise über oder unter den Entgelten bei der Deutschen Post AG liegen, gibt es spezielle Überleitungsregelungen. Die Mehrzahl der Beschäftigten hat zum 1. Juli dieses Jahres unmittelbar ein Plus im Entgelt. Das Plus beträgt je nach dem Tarifgebiet zwischen 47 Euro und 316 Euro im Monat. Die Beschäftigten aus den Tarifgebieten Bayern, Südbaden und Baden-Württemberg (Württemberg, Nordbaden) erhalten eine persönliche Ausgleichszulage. Diese stellt sicher, dass kein Beschäftigter weniger Tarifentgelt als bisher hat. Die persönliche Ausgleichszulage wird nicht gegen künftige Tariferhöhungen gerechnet. Damit profitieren alle Beschäftigten der Deutschen Post AG von der am 1. Oktober dieses Jahres anstehenden Entgelterhöhung von 2,1 Prozent.

    Ein Unternehmen – ein Tarifvertrag

    Mit der Überführung der Beschäftigten der DHL Delivery Gesellschaften in die Deutsche Post AG zum 1. Juli dieses Jahres ist der vom Arbeitgeber seit Januar vorigen Jahres angestrebte und von ver.di entschieden abgelehnte gemeinsame Betrieb vom Tisch. Denn es gibt dann keine zwei Unternehmen in einem Betrieb mehr – sondern eine Deutsche Post AG mit nur einem Tarifvertrag.

    Änderungen im Entgelttarifvertrag

    Der bestehende Entgelttarifvertrag wird für alle übergeleiteten Beschäftigten und für die Beschäftigten, die ab dem 1. Juli dieses Jahres ein neu geschlossenes Arbeitsverhältniss haben, geändert. Der Durchlauf durch die Gruppenstufen der Entgeltgruppen 1 bis 9 wird von derzeit 24 Monaten auf künftig 36 bis 48 Monate verlängert. Diejenigen Auszubildenden, die nach Beendigung ihres Ausbildungsverhältnisses ein Arbeitsverhältnis bei der Deutschen Post AG begründen, wird künftig die Ausbildungszeit als Tätigkeitsjahre bei der Eingruppierung anerkannt.

    Der Anspruch auf das 13. Monatsentgelt (Weihnachtsgeld) beginnt erst nach zwölf Monaten ununterbrochener Beschäftigungszeit. Ab dann entsteht pro Monat der Anspruch auf 1/12, so dass es das volle Weihnachtsgeld nach 24 Monaten gibt.

    In festgelegten Regionen können zur Gewinnung von Personal ab dem 1. Juli dieses Jahres neu eingestellte Zustellerinnen und Zusteller in die Gruppenstufe 1 oder 2 eingestellt werden. Stephan Teuscher


    Themen in dieser Ausgabe:
    Geschafft! Schutzverträge verlängert und Delivery kommt zur Post AG. +++ EU-Mobilitätspaket – Schutzregeln sind nicht ausreichend +++ EU-Wahlen – Einfluss auf Leben und Arbeitswelt +++ Nachunternehmerhaftung für die Paketbranche +++ Zukunftsgerecht – 5. Konferenz des Bundesfachbereiches +++ Hier stört Andersein nicht – gegen Rassismus


    Link: Zur aktuellen bewegen (03/2019): Magazin des Fachbereich Postdienste, Speditionen und Logistik

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