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    Politisches Bedauern reicht nicht!

    Wir bei GALERIA Karstadt Kaufhof

    Politisches Bedauern reicht nicht!

    Beschäftigte von Galeria sind verärgert

    Nachdem die kommunal Verantwortlichen in der Stadt Osnabrück „vergaßen“, auch mit den Beschäftigten selbst zu sprechen (ausgenommen Frank Henning und Giesela Brandes-Steggewentz), wurden Briefe an Rat und Verwaltungsspitze geschrieben. Die Antworten hatte es in sich. Nur leider nicht bezüglich des Anliegens. In der Antwort von Stadtrat Beckermann in Vertretung des OB werden “schmerzliche Einschnitte“ attestiert, die „leider nicht verhindert werden können“. Es folgt die Mitteilung, dass der (mögliche) Neubesitzer der Immobilie, wohl ein internationaler Makler, auch „etwas Neues möchte“. Der Kondolenzbrief endet mit dem Hinweis auf ein „aktives Leerstandsmanagement“ der Kommune, dessen angebliches Ziel ganz offensichtlich verfehlt wird.

    „Leerstand gibt es genug und auch lange. Andere Kommunen setzten andere Prioritäten und engagierten sich, Leerstand zu verhindern. Dieses Wortgebilde kling geradezu zynisch, schaut man sich in der Stadt um!“, fasst eine der verärgerten Beschäftigte zusammen. Die Kolleg*innen von Galeria trafen sich, um zu klären, was noch zu tun ist. Nun wissen sie es. Am kommenden Freitag werden sie vorm Rathaus sein. „Es wird unsere Vorstellung gezeigt, wie wir dieses ‚aktive Leerstandsmanagement‘ verstehen müssen.“, kündigen die Frauen von Galeria an. Die Verärgerung führte zu kreativen Ideen, an rund 200 vernichtete Arbeitsplätze zu erinnern und an Menschen, die vom Leerstand in der Innenstadt genug haben.

    „Wir suchen kompetente Partner*innen für den Erhalt eines Handelsplatzes Osnabrück und unsere Arbeitsplätze.

    Was verloren geht ist nicht nur das letzte Kaufhaus mit breitem Sortiment sondern auch eines, dessen Angebot unsere ach so systemrelevante Gehaltsklasse sich leisten kann!“ Diese Haltung der Beschäftigten ist auch als Antwort auf den vielfachen Abgesang auf ‚die Regeln des Marktes‘ zu verstehen. Bereits deutlich gemacht hatten sie, dass mit Vorsatz an die Wand gefahren wurde, was einmal gut lief. „Hier geht es um schnelle Gewinne und nicht um unternehmerische Verantwortung.“, stellten Betriebsrat und Gewerkschaft fest. „Damit kann man sich abfinden und das Stadtbild weiter ruinieren, oder etwas dagegen tun!“, fordern die Gewerkschafter*innen.

    Unterstützung für den Erhalt von Arbeitsplätzen in einer lebenswerten Stadt sind herzlich willkommen: am Freitag dem 31.07. ab 17 Uhr auf dem Markt vor dem Rathaus.