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    Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen statt Sonntagsöffnung

    Sonntagsöffnung

    Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen statt Sonntagsöffnung

    Zu der Forderung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann nach vier verkaufsoffenen Sonntagen für Oldenburg noch in diesem Jahr erklärt der zuständige ver.di Gewerkschaftssekretär im Bezirk Weser-Ems Arne Brix: „Nach dem, was die Beschäftigten im Handel in den letzten Corona-Monaten Außerordentliches geleistet haben, erscheint diese Forderung vom Oberbürgermeister Krogmann einseitig und unüberlegt.

    Einseitig, weil er hiermit ausschließlich die Wirtschaftsinteressen vertritt. Warum gab es noch nie einen Runden Tisch, angeführt vom Oberbürgermeister zusammen mit der Gewerkschaft, für eine flächendeckende Tarifbindung im Handel?

    Unüberlegt, weil sich die Shoppingflaute doch nicht durch einen weiteren Einkaufstag auflöst, sondern nur, wenn sich die Geldbeutel der Kurzarbeiter, Geringverdiener (auch im Handel) und prekär Beschäftigten wieder füllen und sich die Menschen sicherer fühlen. Hinzu kommt, verkaufsoffene Sonntage führen nachgewiesener Weise nur zu einer Umsatzverschiebung.“

    Brix weiter: „Mich eint mit dem Bürgermeister das Wissen um die Wichtigkeit der Innenstädte, weil sie unentbehrlich sind für eine lebendige, kreative und weltoffene Stadtgesellschaft. Dies erreicht man aber am besten, wenn man die Konjunktur durch armutsfeste Löhne und die damit verbundene Kaufkraft ankurbelt. Ich fordere Herrn Krogmann auf, all seinen Einfluss bei der Händlerschafft in diese Richtung zu lenken. Dann braucht Oldenburg auch keine anlasslosen Sonntagsöffnungen mehr.

    Eine letzte Bemerkung: „Die Gewerkschaft ver.di klagt immer nur dann gegen die Sonntagsöffnung, wenn sich Städte und Gemeinden u. E. n. nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten.“