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    ver.di schlägt Alarm

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    ver.di schlägt Alarm

    Befragung zeigt: Erzieher*innen fehlt Zeit für ihre Arbeit                                  

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wollte es genau wissen: Woran fehlt es den Erzieher*innen in Niedersachsen bei ihrer täglichen Arbeit. Eine Befragung unter mehr als 200 Kindertagesstätten hat jetzt bestätigt: Es fehlt an Fachkräften – und an Zeit, um die pädagogischen und gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. „Die Ergebnisse sind alarmierend; sie machen deutlich, wie hoch die Belastung für Beschäftigte, Kinder und Eltern ist“, fasst ver.di-Gewerkschaftssekretärin Katja Wingelewski zusammen. 

    So gaben die befragten Erzieher*innen an, dass in dem vier-wöchigen Befragungszeitraum an den meisten Tagen eine Fachkraft in der Kita fehle. An einem Drittel der Tage mussten sogar geplante Angebote oder individuelle Förderung der Kinder ausfallen. Die vorgesehene Zeit für Elterngespräche, Dokumentation, Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit, Aufgaben der Kita-Leitungen etc. konnte in mehr als 20 Prozent nicht oder nicht vollständig erledigt werden. Aufgrund von Personalmangel mussten an zwölf Prozent der Tage Gruppen zusammengelegt oder Notdienste angeboten, an vier Prozent der Tage mussten Gruppen geschlossen werden. Wingelewski: „Ohne das hohe Engagement der pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen würden viele Kindertageseinrichtungen ihr Angebot nicht aufrechterhalten können. Das klappe nur durch Überstunden, Verzicht auf Pausen und Einspringen aus der Freizeit. Die Arbeitsbelastung und die Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte seien in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, die Rahmenbedingungen hätten sich jedoch nicht verändert. Dies führe zu einem Mangel an Attraktivität für den Beruf und zu einem Mangel an Fachkräften. 

    „Der Druck für die Beschäftigten steigt. Die pädagogischen Ansprüche können nicht erfüllt werden. Die Landesregierung lässt die pädagogischen Fachkräfte im Regen stehen. Der Mangel wird auf dem Rücken der Kita-Beschäftigten, der Kinder und Eltern ausgetragen. Es ist dringend nötig, endlich zu handeln", fordert Wingelewski. ver.di habe klare Erwartungen an die Landesregierung: „Ein besserer Personalschlüssel, mehr Freistellungszeiten für Kita-Leitung und mehr Vorbereitungszeiten für die Fachkräfte müssen verbindlich gesetzlich geregelt werden. Ausbildungskapazitäten müssen ausgebaut und Ausbildung vergütet werden, ohne das Qualifikationsniveau der Ausbildung zu senken“, so die Gewerkschaftssekretärin. 

    In dem ver.di Projekt „Aufstehn für die Kita“ werden diesen Forderungen Nachdruck verliehen: Kita- Beschäftigte in vielen Orten Niedersachsens setzen sich für bessere Rahmenbedingungen ein – für gesetzliche Verbesserungen und vor Ort in ihren Einrichtungen.