Verkehr

    Kein billiger Jakob im ÖPNV!

    ÖPNV Niedersachsen/Bremen

    Kein billiger Jakob im ÖPNV!

    ver.di kritisiert Absenkungs-Tarifvertrag mit Gefälligkeitsgewerkschaft
    Bus Mario Venzlaff Bus


    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) reagiert entsetzt über die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums, den Tarifvertrag zwischen dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) als repräsentativ zu erklären. „Damit wird Lohndumping amtlich: Der Arbeitsminister genehmigt einen Absenkungstarifvertrag mit einer Gefälligkeitsgewerkschaft – gegen den Rat von Experten und die Entscheidung des extra dafür eingesetzten Beirats“, kritisiert Landesleiter Detlef Ahting.

    Es gebe zahllose Argumente gegen die Entscheidung von Minister Althusmann und nur eines dafür: „Die Busunternehmer wollten mit aller Macht den billigen Jakob in ihrer Branche. Dabei sind schon bei höherem Lohn kaum neue Busfahrer*innen zu bekommen, für mehr als 1,50 Euro weniger wird das ungleich schwieriger“, so Ahting. Ministerpräsident Stephan Weil müsse seinen zuständigen Minister zurück von diesem Irrweg holen, „und für gute Arbeit auch im Verkehrsgewerbe sorgen, denn sonst ist das Tariftreuegesetz durchlöchert wie ein Schweizer Käse“, fordert der Landesleiter.

    Auch Landesfachbereichsleiter Stefan Schubert ist erschüttert und kündigt an, dass ver.di jetzt alles tun werde, um diese Entscheidung zu korrigieren: „Wir werden rechtliche Schritte prüfen!“ Bei der Abstimmung im Beirat zum Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetz sei der Antrag der Pseudo-Gewerkschaft mit 7:2 Stimmen eindeutig abgelehnt worden, darunter führende Arbeitgeberverbände wie der KAV. „Dafür waren nur die beiden Profiteure der jetzt vollzogenen Repräsentativerklärung“, so Schubert.