Gemeinden

    Für gute Arbeit in Kindertageseinrichtungen

    2. Kita-Online-Kundgebung

    Für gute Arbeit in Kindertageseinrichtungen

    Online-Kita-Kundgebung mit Kultusminister Tonne


    Im dritten Anlauf hat die Live-Schalte zu Kultusminister Tonne endlich geklappt. Bereits im Juli hatten Beschäftigte ihre Forderungen für bessere Bedingungen in den KiTas aufgestellt und auf einer Kita-Online-Kundgebung an die Politik adressiert. Aufgrund von technischen Problemen war ein Austausch mit dem Kultusminister nicht möglich, ein zweiter Termin musste kurzfristig abgesagt werden.

    Mehr als 130 Teilnehmer*innen waren an den Computer, Tablets oder Handys dabei, um die lebhafte Diskussion zu erleben und sich zu beteiligen.


    Die Beschäftigten schilderten eindringlich ihre Arbeitssituation vor und während der Corona-Pandemie. Seit Jahren steigen die Anforderungen und die Rahmenbedingungen werden nicht verbessert. Durch den massiven Ausbau der KiTa-Plätze, gestiegenen Anforderungen an die pädagogische Arbeit, Fachkräftemangel und die Auswirkungen der Corona-Pandemie spitzt sich die Situation zu. Die Belastungsgrenze ist jetzt erreicht und bei vielen schon überschritten: „Wir wollen nicht länger auf Kosten unserer Gesundheit und der pädagogischen Qualität die Lücken stopfen.“

    Ein Höhepunkt: Die Übergabe der zahllosen Unterschriften für gute Bedingungen in den Kindertageseinrichtungen, die in ganz Niedersachsen gesammelt wurden. Die schwere Kiste nahm der Minister mit ins Ministerium. Und gute Argumente: Was alles im Bereich der Kindertageseinrichtungen zu verbessern ist, das gaben ihm die vielen Teilnehmer*innen ganz deutlich mit auf den Weg.

    Mehr Zeit, mehr Fachkräfte, besseren Gesundheitsschutz und eine Vergütung während der Ausbildung waren ein paar der Forderungen.

    Sie wollten hören, was die Landesregierung gegen den Fachkräftemangel tun wird.

    Sie wollten erfahren, wie der Minister die pädagogische Qualität sichern und gute Rahmenbedingungen für die Kinder und die Beschäftigten schaffen will.

    Grundsätzlich bekräftigte Kultusminister Tonne den Anspruch, die bisherigen Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten. So bestand Einigkeit in der Position, keine weiteren Assistenzausbildungen für die Arbeit in Kindertagesstätten einzuführen.

    Zu den Forderungen nach strukturellen Qualitätsverbesserungen in den KiTas wollte und konnte Kultusminister Tonne ausdrücklich keine konkreten Zusagen machen – u.a. auch wegen angespannter Finanzen – und stellte schnelle Verbesserungen der Lage im System KiTa nicht in Aussicht:

    Besserer Personalschlüssel nicht in Sicht. Im Gegenteil – die verpflichtende 3. Fachkraft in der Krippe wird um ganze fünf Jahre verschoben. Die stufenweise Einführung der 3. Fachkraft auch in Kindergartengruppen – wie von ver.di gefordert – komme es für den Kultusminister darauf an, dass der Bund seine Gelder aus dem sogenannten „Gute-Kita-Gesetz“ ab 2023 weiter verstetigt.

    Vergütung in der Ausbildung für alle – Fehlanzeige. Eine grundsätzliche Vergütung in der Ausbildung für alle wäre zwar wünschenswert – aber würde das Land jährlich 160 Millionen Euro kosten. Mit dem Aufstiegs-Bafög während der vollschulischen Ausbildung wäre eine Alternative zur bezahlten Ausbildung geschaffen. „Längst nicht alle erhalten Bafög und dieses muss zum Teil auch zurückgezahlt werden“ war hierzu der Kommentar vieler Teilnehmenden.

    Mehr Zeit für pädagogische Arbeit und mehr Verfügungszeiten ist in dem aktuellen Gesetzesentwurf der Landesregierung zum Kita-Gesetz nicht vorgesehen.

    Gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sind aus Sicht der Teilnehmenden jedoch entscheidend für zukünftige Fachkräftegewinnung wie auch das Verbleiben im Beruf. Hier bleiben wir dran und werden weiter dafür streiten!