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    Hausgemachtes Problem

    Kfz-Zulassungsstelle Wilhelmshaven

    Hausgemachtes Problem

    Personalmangel in der Zulassungsstelle ist ein hausgemachtes Problem
    Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Personalmangel in der Zulassungsstelle ist ein hausgemachtes Problem


    Die Probleme in der Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Wilhelmshaven, die nun zu langen Wartezeiten führt, kommt für die zuständige Gewerkschaft ver.di nicht überraschend.

    „Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, eine über Jahre verfehlte Personalplanung und Arbeitsüberlastung sind die hauptsächlichen Gründe, warum der Stadt Wilhelmshaven das Personal davonläuft“, meint die zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin Heike Boldt. Der Fachkräftemangel im Öffentlichen Dienst wird seit Jahren von ver.di beklagt. Für die Gewerkschaft ver.di gehören dazu auch die Stellen in den unteren und mittleren Entgeltgruppen. „Wir stellen immer wieder fest, dass vor allem in den unteren und mittleren Entgeltstufen die Eingruppierung zu niedrig angesetzt ist. Dadurch entsteht bei den Beschäftigten das Gefühl fehlender Wertschätzung für ihre Tätigkeiten. Und natürlich führt das am Ende zu Abwanderung und Ausdünnung des Personals“, erläutert Heike Boldt. Das trifft nun auch die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Wilhelmshaven. Dazu ergänzt Heike Boldt: „Die Stellen im Bürgeramt herab zu bewerten und somit unattraktiv zu gestalten, um dann wiederum zu klagen, dass kein Personal zu finden ist, grenzt schon an einen Schildbürgerstreich. Somit ist das Problem hausgemacht und lässt die Verwaltung weiter ausbluten.“

    Von den Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung erwartet ver.di eine nachvollziehbare Personalentwicklungsplanung, zu der ein Stellenplan gehört, mit dem Ausfälle aufgefangen werden können. Auf einen Personaldienstleister zurückzugreifen, lehnt ver.di ab. Zur Personalentwicklungsplanung gehören vor allem Bewertungen der Stellen, die den Tätigkeiten gerecht werden. „Ohne vernünftigen Personalentwicklungsplan können wir uns darauf einstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur bei der Zulassungsstelle, sondern bei allen bürgernahen Angelegenheiten monatelang auf einen Termin warten müssen. Hier wird die Bedeutung des Öffentlichen Dienstes deutlich. Der kann nur funktionieren, wenn es genügend Personal gibt. Und das gibt es nicht zum Nulltarif,“ meint Heike Boldt abschließend.