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    „Yallah!? – über die Balkanroute“

    Veranstaltungshinweis

    „Yallah!? – über die Balkanroute“

    22.01.-07.02.2018 / 09 bis 17 h, Fr. bis 13 h
    Eröffnung 22.01. / 18 Uhr
    Gewerkschaftshaus Osnabrück / August-Bebel-Platz 1

    „Yallah!? – über die Balkanroute“ ist der Titel der Ausstellung, die von Geflüchteten, Studierenden der Uni-versität Göttingen und einem Team aus politisch engagierten Menschen und Kunstschaffenden erarbeitet wurde. In Wandzeitungen, Audio- und Videoaufnahmen werden Erfahrungen von Geflüchteten der vergangenen zwei Jahre gezeigt. Vom „langen Sommer der Migration“ 2015 über die Grenzschließung bis zum heutigen Leben in riesigen Lagern dokumentiert die Ausstellung Wirklichkeit. Ergänzend haben internationale Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellung Kunstwerke angefertigt, in denen sie Fluchtwege, Hoffnung und das Leben in Deutschland thematisieren.

    In Osnabrück fanden sich Initiativen, Interessenverbände und Strukturen zusammen, diese Ausstellung in Koopera-tionen zu präsentieren. Es geht auch um die Selbstorganisation von Menschen, ob auf der Flucht oder solidarisch helfend. Dazu sind begleitende Veranstaltungen in Vorbereitung, die mit Filmen, Berichten und Vorträgen über den Kampf um Menschenwürde und Selbstbestimmung berichten, die nicht nur an der Balkanroute auf der Stre-cke bleiben.

    Begleitveranstaltungen zur Ausstellung „Yallah!? – über die Balkanroute“

    22.01.
    Ausstellungeröffnung „Yallah!?“
    17 Uhr Demo zum Ausstellungsort mit „Rhythms against Racism“
    18 Uhr Eröffnung durch die Gemeinschaft der Kooperationspartner*innen
    „Warum Yallah?“

    23.01.
    „Wie Menschen Krieg, Verfolgung und Flucht ertragen“ / Vortrag des Trauma-Zentrum OS
    Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge (NTFN) informiert
    Durch die Ereignisse in den Kriegszonen ihrer Herkunftsländer und nicht minder durch die Ereignisse auf ihrem Fluchtweg sind viele Geflüchtete tief traumatisiert. In Osnabrück wurde im November ein Psychosoziales Zentrum des NTFN eröffnet. Mitarbeiterinnen des Zentrums berichten von ihrer Arbeit und benennen, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft heraus traumatisierten Geflüchteten helfen würde.

    26.01.
    „Blick auf Zukunft vor Ort“ mit Solidarity City
    ein Workshop dazu, was in Osnabrück so läuft.
    Über die Ausstellung „Yallah?! - Über die Balkanroute“ hinaus geht es um die Frage, was in Osnabrück läuft und laufen kann. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung stellt sich die Initiative Solidarity City vor und stellt zur Diskussion was miteinander gestaltbar ist. In einem Workshop wollen wir miteinander diskutieren, wie Osnabrück zu einer Stadt der Solidarität wird.

    29.01.
    „Idomeni – Hintergründe und Geschichte“ / Marc Speer
    Zum Flüchtlingslager an Griechenlands Nordgrenze
    Marc Speer hat für „Moving Europe“ vor Ort die Vorgänge auf der Balkanroute im Jahr 2015 begleitet. Er ist Autor einer Broschüre über den „Formalisierten Korridor“ und arbeitet zurzeit zur Geschichte des Flüchtlingslagers in Idomeni 2015/16. In Osnabrück spricht er über die Sozialtechnik, Schikanen und Proteste gegen die Schließung der Balkanroute und das Lager Idomeni.

    01.02.
    „NoBorder Kitchen auf Lesbos“ / Film und Bericht von Valeria Hänsel
    Mut und Verzweiflung im Kampf mit dem EU-Türkei-Deal
    In Moria auf Lesbos werden Geflüchtete seit dem EU-Türkei-Deal im März 2016 unter katastrophalen Verhältnis-sen zurückgehalten. Sie kämpfen gegen Hunger und Kälte - und gegen die Perspektivlosigkeit am Rande der EU. Die No Border Kitchen Lesbos versorgt die Geflüchteten mit Essen und unterstützt sie in ihren Kämpfen. Zwei Aktivist*innen zeigen einen kürzlich gedrehten Film und berichten von ihrer Arbeit, vor allem aber vom Mut und der Verzweiflung der Geflüchteten auf Lesbos.

    05.02.
    „Roma in den Mühlsteinen nationalstaatlicher Migrations-Politik“ / Heike Harms
    Das politische Konzept von Ausgrenzung und Rassismus (AMAL e.V.)
    Im Trubel der „Willkommenskultur“ sind Migrant*innen aus Südosteuropa, und insbesondere die Roma, nahezu in Vergessenheit geraten. Lautlos geraten sie in die Mühlen der Rückschiebungen. Von der Situation der Roma in den „Machallas“ Südosteuropas berichtet Heike Harms vom AMAL e.V. Sie macht anschaulich, wo die Schwierig-keiten bei der Anerkennung von Asylanträgen liegen und spricht über die langjährig erhaltenen Vorurteile gegen-über dem Volk der Roma in Deutschland.

    07.02.
    „Die EU-Festungspolitik der externalisierten Grenzen“ / Christian Jakob (taz)
    Vortrag zu totalitären Regimen als Türsteher von Europas Grenzen
    Christian Jakob verfolgt als Redakteur der taz die Verlagerung der EU Außengrenzen ins Innere Afrikas. Zusam-men mit S. Schlindwein ist er Autor des gerade erschienen Buchs „Diktatoren als Türsteher Europas“. Jakob führt uns die andere Seite der Grenzschließungen vor Augen, wo die EU Mördermilizen und Diktaturen finanziert.

    Alle Veranstaltungen um 18:30 h im Gewerkschaftshaus Osnabrück, August-Bebel-Platz 1
    Im weiteren Begleitprogramm stehen mehrsprachige Führungen und regelmäßig zum Feierabend das ErzählCafé für den Austausch von Eindrücken. Informationen dazu im Internet unter (https://solidarity-city.eu/de/city/osnabrueck)

    Kooperationspartner*innen sind: Solidarity City, kritnet, Fachschaft IMIB, NoLager, AMAL e.V., Rosenplatz Initiative, NTFN, Team Migration und Gesellschaft (IMIS), Kukuk, Initiative 50 aus Idomeni, Ickerweg- Committe, sowie DGB Stadt- und Kreisverband OS unterstützt vom Friedensbüro der Stadt OS, Exil e.V. u. a.

    Information und Anmeldung für Schulklassen oder Gruppen bei: olaf.cramm@dgb.de