Nachrichten

    "Gute Löhne. Gute Rente." - Knapp jeder dritte in Weser-Ems landet …

    Rente und Soziales

    "Gute Löhne. Gute Rente." - Knapp jeder dritte in Weser-Ems landet nach 45 Beitragsjahren auf Grundsicherungsniveau

    Die Rente ist sicher ... zu niedrig ver.di Die Rente ist sicher ... zu niedrig  – Plakat

    In den Regionen Oldenburg, Osnabrück und Ostfriesland ist die derzeitige Rentenerwartung bei ca. 72% der Menschen nach 45 Beitragsjahren unter 1200€, bei ca. 60% unter 1000€ und ca. 35% sogar unter 800€ auf Grundsicherungsniveau (Quelle Statistik vom Pestel Institut)

    44 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Niedersachsen beziehen ein Bruttoeinkommen unter 2.500 Euro. Bundesweit sind es 44 Prozent. Das geht aus einer Datenauswertung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hervor. Darunter fallen auch alle diejenigen, die nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn und damit nur 1.450 Euro brutto im Monat verdienen. Sie erzielen damit keinen eigenen Rentenanspruch oberhalb der Grundsicherung. „Vor allem der wachsende Niedriglohnsektor hat eine negative Wirkung auf das Lohnniveau und folglich auf die Rentenerwartung“, kritisiert der ver.di Bezirksvorstand Weser-Ems in der Sitzung am 23. Juni 2017. Deshalb haben in dieser Woche viele betriebliche und öffentliche Aktionen unter dem Motto „Gute Löhne – gute Rente“ stattgefunden. so Heike Klattenhoff Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Weser-Ems.

    Rettet die Rente ver.di Rettet die Rente  – Plakat

    Bei einem bereits heute umgesetzten Rentenniveau von nur noch 43 Prozent, das bis 2030 auch gesetzlich droht, würden weite Teile der Beschäftigten unterhalb der 2.500 Euro bei der Rente auf Grundsicherungsniveau kommen. Und das trotz 45 Beitragsjahren. „Diese Rentenerwartungen sind armutsgefährdend für weite Teile der Bevölkerung, auch der Mittelschichten. Diejenigen, die nur auf 40 oder gar 30 Beitragsjahre kommen, und das sind wegen der Erziehungszeiten vor allem Frauen, rutschen definitiv auf Hartz-IV-Niveau“, warnt der Bezirksvorstand „Langfristig führen nur auskömmliche Löhne zu auskömmlichen Renten.“

    Nötig seien die Stabilisierung der Rente auf dem jetzigen Niveau von 48 Prozent und eine schrittweise Anhebung auf etwa 50 Prozent. Wer nicht wolle, dass das Rentensystem zerbreche, müsse zudem den Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöhen und die Tarifbindung in Deutschland stärken. Deshalb müsse der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Tarifflucht der letzten Jahre aufhört. So das deutliche Votum im ver.di Bezirksvorstand.