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    AWO bricht Tarifverhandlungen mit ver.di ab

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    AWO bricht Tarifverhandlungen mit ver.di ab

    Seit Juni 2017 sitzt die Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Weser-Ems mit der Gewerkschaft ver.di am Verhandlungstisch, um den Tarifvertrag für rund 3000 Beschäftigte in mehr als 70 Betrieben weiterzuentwickeln.

    Die aktuelle Forderung der Gewerkschaftsmitglieder klingt so einfach wie vielsagend: „100 Jahre AWO – 100% TVöD“.
    Das bevorstehende runde Jubiläum des Wohlfahrtsverbandes wird zum Anlass genommen, auf die großen Unterschiede zwischen den Löhnen bei der AWO und denen im öffentlichen Dienst hinzuweisen: In den Gehaltstabellen ist je nach Berufsgruppe eine Differenz von mindestens 10% festzustellen. „Diese offensichtliche Ungleichheit führt nicht nur zu Unzufriedenheit bei den Beschäftigten, die eine angemessene Wertschätzung für ihre Arbeit vermissen, sie erschwert auch die Werbung um Fachkräfte, die für die gute Qualität eines attraktiven Arbeitgebers dringend gebraucht werden“, betont Jürgen Wenzel, Gewerkschaftssekretär bei ver.di.

    Deshalb hat ver.di in den Tarifverhandlungen gefordert, diese große Differenz möglichst schnell zu überwinden. Ein Stufenplan sollte entwickelt werden, der in wenigen Schritten, beginnend mit 6% Gehaltserhöhung, bis zum Jahr 2020 das Lohnniveau des TVöD erreichen soll.

    Die Arbeitgeberseite der AWO hat sich diesem Stufenplan verweigert, bietet stattdessen 4,5% Lohnerhöhung in zwei Schritten an und behält sich vor, genau zu berechnen, für welche Berufsgruppen welche tariflichen Regelungen umgesetzt werden sollen.

    Am 17. November, dem letzten Verhandlungstag, haben die Arbeitgeber schließlich erklärt, dass die Vorstellungen von AWO und ver.di zu weit auseinanderliegen und sie eine Einigung nicht für möglich halten. Sie werden nun ihr eigenes Angebot ohne weitere Verhandlung an die Beschäftigten auszahlen.

    Somit wurden die Tarifverhandlungen einseitig beendet.

    Ungebrochen bleibt jedoch der Wille der Beschäftigten, sich weiter für ihre Ziele einzusetzen und mit all ihren Mitteln für gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.