Medien, Kunst und Industrie

    "Gemeinsam sind wir stärker"

    Vorstände des Fachbereichs 8

    "Gemeinsam sind wir stärker"

    Fachbereich 8 Klausurtagung Oktober 2014 ver.di Fachbereich 8 Klausurtagung Oktober 2014

    "Gemeinsam sind wir stärker"
    Die Vorstände des Fachbereichs 8 - Medien, Kunst und Kultur, Druck und Papier, industrielle Dienste und Produktion -  der ver.di Bezirke Weser-Ems und Bremen-Nord-Niedersachsen werden auch in den kommenden vier Jahren zusammenarbeiten. Das haben beide Vorstände in getrennten Sitzungen einmütig beschlossen. Die ehrenamtlichen Mitglieder beider Bezirke knüpfen damit an die positiven Erfahrungen an, die sie in der abgelaufenen Wahlperiode gesammelt haben. Erleichtert wird den Druckern, Papierverarbeitern und Medienschaffenden aus dem Norden Niedersachsens und Bremens diese Kooperation dadurch, dass beide Bezirke von der in Bremen ansässigen Gewerkschaftssekretärin Christiane George betreut werden. Außerdem haben sich die beiden Bezirksvorsitzenden des Fachbereichs, Silke Köhler (Weser-Ems) und Heinz Büscher (Bremen - Niedersachen-Nord) als so harmonisches Duo entpuppt, dass Reibungsverluste durch interne Grabenkämpfe nicht zu erwarten.

    Die inzwischen als selbstverständlich einzustufende Harmonie beider Vorstände wurde am 31. Oktober und 01. November 2014 auf einer gemeinsamen Klausurtagung der Arbeitnehmerkammer-Bildungsstätte in Bad Zwischenahn deutlich, bei der die 16 teilnehmenden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter die Themenschwerpunkte der kommenden Zeit festlegten. Wie in einer demokratischen Gewerkschaftsorganisation selbstverständlich, zeichneten sich bei den Inhalten teils unterschiedliche Positionen im Detail ab. Das gilt zum Beispiel für die Frage von noch akzeptablen Laufzeiten beim Abschluss von Tarifverträgen und den damit zusammenhängenden Mobilisierungsmöglichkeiten in den Betrieben. In diesem Kontext wurde zugleich deutlich, dass die im Fachbereich vertretenen Branchen speziell im Norden weiterhin von einer offenbar noch nicht gestoppten Tarifflucht der Unternehmerseite betroffen sind. Die damit zusammenhängenden Probleme wie Haustarifverträge, Allgemeinverbindlichkeitserklärung und ähnliches wird in Zukunft die Arbeit der Vorstände begleiten.

    Akzeptabel: Tarifabschluss in der Papierindustrie  
    Da in der Nacht zum 31. Oktober in Frankfurt in der vierten Verhandlungsrunde eine Tarifeinigung zwischen ver.di und den Arbeitgebern der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie zustande gekommen war, konnte ver.di-Projektsekretärin  Cornelia Haustermann die Ergebnisse in allen Einzelheiten brandaktuell präsentieren. Bei einer Laufzeit von 26 Monaten wird es nach vier "Nullmonaten" ab dem 1. Dezember 2014 zunächst eine Lohnerhöhung um 2,4 Prozent und zum 1. November 2015 nochmals eine Erhöhung um 2,6 Prozent geben. Die Vereinbarung, über die die zuständige Tarifkommission endgültig am 12. November 2014 entscheiden wird, hat eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2016, also von 26 Monaten.

    Cornelia Haustermann berichtete, dass es im Laufe der Tarifrunde auch in mehreren Weser-Ems-Betrieben gelungen sei, die Tarifauseinandersetzung mit Warnstreiks zu begleiten. Der Unternehmerseite habe gezeigt werden können, dass ver.di in der Lage ist, für Tarifforderungen auch in der Papierbranche die Kolleginnen und Kollegen auf die Straße zu bringen. Dies ist für den Fachbereich 8 vor allem deshalb von Bedeutung, da in der Vergangenheit meist die Drucker als "Lokomotive" hergehalten hatten. Durch die weitgehende Zerschlagung der Druckindustrie sind diese Strukturen nicht mehr gegeben.

    Insgesamt, so die Einschätzung auf der Klausurtagung, sei der Abschluss akzeptabel, er könne den Kolleginnen und Kollegen unter dem Motto: "Damit kann man leben" vermittelt werden. Nun komme es darauf, dass die gefundenen Regelungen im Kern auch in den O.T.-Betrieben beziehungsweise den Betrieben mit Haustarifvertrag übernommen wird.

    Terminplan der Vorstände: Fünf Treffen im Jahr 2015  
    Um eine frühzeitige Planung der Vorstandsarbeit zu ermöglichen, wurden für das Jahr 2015 die Sitzungstermine bereits festgeklopft. Sie beginnen jeweils um 10.45 Uhr und finden abwechselnd in Bremen und Oldenburg in den ver.di-Räumen jeweils in unmittelbarer Bahnhofsnähe statt:

    • 24. Januar Oldenburg
    • 18. April Bremen
    • 27. Juni Oldenburg
    • 12. September Bremen.

    Die Sitzungen sind Fachbereichs öffentlich; interessierte Mitglieder des FB 8 beider Bezirke sind Teilnahme berechtigt.

    Die nächste Klausurtagung (nur für Vorstandsmitglieder) steht für den 6. und 7. November 2015 auf dem Terminplan; sie soll wieder in Bad Zwischenahn stattfinden.

    Ein Themenschwerpunkt 2015: Umsetzung des Mindestlohns bei Zeitungs- und Postzustellern
    Im Fachbereich 8 sind auch die zahlreichen Zeitungszusteller organisiert, die in großer Zahl auf eine verbesserte Bezahlung durch die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns hoffen können. Durch Ausnahmeregelungen für junge Menschen sowie Nur-Zeitungszusteller steht zu befürchten, dass es über die konkrete Umsetzung zu zahlreichen Differenzen kommen wird. Die Vorstände wollen daher die Sitzung vom 24. Januar 2015 dazu nutzen, um mit ver.di-Fachleuten aus der Bundes- und Landesbezirksebene exakt zu klären, wie die Rechtslage Anfang 2015 für unterschiedliche Zustellergruppen aussieht und welche Problemlagen speziell in Weser-Ems sowie in Bremen - Nord-Niedersachsen zu verzeichnen sind. Auf der dann vorliegenden Informationsbasis soll ein konkreter Handlungsrahmen beschlossen werden, um gemeinsam mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen (mindestens) zu einer möglichst reibungslosen Umsetzung des Mindestlohns zu kommen.

    Mitgliederentwicklung / Nachwuchsgewinnung
    Aktuelle Zahlen zur Mitgliederentwicklung im Fachbereich 8 zeigen für Weser-Ems wie für Bremen - Nord-Niedersachsen auf, dass nach wie vor Rückgänge zu verzeichnen sind. Allerdings sind diese Rückgänge nicht (nur) mit einer spezifischen Schwäche gewerkschaftlicher Organisation zu begründen, sondern vielmehr mit einem teils massiven Rückgang der Beschäftigten in den vom Fachbereich abgedeckten Branchen. Auf die personelle und finanzielle Leistungskraft des Fachbereichs wirken sich diese Entwicklungen weiterhin aus. Allerdings, so die begründete Hoffnung in beiden Vorständen, werde sich der Fachbereich die geplanten Arbeitsschwerpunkte zumindest finanziell leisten können.

    Im Grundsatz wurde während der Klausur beschlossen, dass der Fachbereich auch im Jahr 2015 seinen Beitrag für eine Veranstaltung für Auszubildende und junge Beschäftigte in den Papier verarbeitenden Betrieben im Großraum Osnabrück leisten wird. Zuvor hatte Cornelia Haustermann von einem Pilotprojekt berichtet, zu dem Anfang Oktober 2014 immerhin 40 Leute aus drei Industrieunternehmen gekommen waren. Solche Veranstaltungen müssten regelmäßig stattfinden, um Wirkung im ver.di-Sinne entfalten zu können, erläuterte die Projekt-Sekretärin. Dieser Einschätzung schlossen sich die Vorstände an.

    Fortgesetzt werden soll zudem das bereits seit einiger Zeit laufende Projekt, nach dem alle Neumitglieder im Fachbereich persönlich von den ehrenamtlichen  Vorsitzenden angeschrieben und begrüßt werden. Eine engere Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in den Ortsvereinen erhoffen sich die Vorstände zudem aus einer Serie von Fachbereichs öffentlichen Treffen, bei denen die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder in lockerer Runde über betriebliche, gewerkschaftliche und sozialpolitische Themen ins Gespräch kommen wollen. Ein erster Versuch zu einem solchen regionalen Fachbereichstreffen soll im März 2015 in Bramsche gestartet werden. Vertrauensleute, Betriebsräte und Vorstandsmitglieder aus dem Raum Osnabrück sollen dann mit dafür sorgen, dass bei diesem berufspolitischen Plausch nicht nur schöne Worte sondern auch kritische Anmerkungen ausgetauscht werden können.

    Verbunden ist dieser Arbeitsansatz mit der Hofnung, dass es auf diesem Wege gelingen kann, die teils unterschiedlichen Berufe und Charaktere im Fachbereich (vom bildenden Künstler über die Zeitungsausträgerin bis zum Wellpappeproduzenten) an einen Tisch zu bringen.

    02.11.2014
    (Helmuth Riewe)

    Impressionen Klausurtagung Oktober 2014